Autor: Hentze (Seite 1 von 6)

Andacht: Die Kraft kommt aus dem Hören


In Bewegung bleiben, dabei still sein, beten, hörend bleiben – und dann die Botschaft von Gottes Herrschaft weitersagen, ist das Rezept in Corona-Zeiten.

Zum Wochenspruch „Christus spricht: Wer euch hört, der hört mich – und wer euch verachtet, der verachtet mich“(Lukas 10, 16) schreibt Schulreferent Pfarrer Matthias Weichert.

Für uns als kirchliche Mitarbeitende ist dies eine große Verheißung. Lukas berichtet, Jesus habe 70 Jünger*innen ausgesucht, je zwei zu zwei, um die Botschaft vom Anbruch der Gottesherrschaft zu verbreiten. Sie werden mit aller Vollmacht ausgestattet: „Wer euch hört, der hört mich!“ Sie kehrten zurück und berichteten: Deine Botschaft wird verstanden. Wir haben sie mit Kraft und Vollmacht verkündet.

Das ist eine klare Sache, so deutlich, dass selbst die wunderlichsten Mirakel und Sensationen nicht deutlicher sind: Mit Jesus, dem Zimmermann aus Nazareth, hat Gottes Herrschaft begonnen, für alle sichtbar, hörbar.

Dies weiterzuerzählen hat nicht mit diesem Tag im Juni 2020 begonnen, auch nicht erst mit unserem Kirchenkreis und unseren einzelnen Gemeinden. Aber alle, die ihm verbunden sind, stellen sich in diesen Vorgang der Weitergabe jeden Tag hinein. Durch unseren Mund wird die Botschaft gesagt.

Es gibt diese unaufhörliche Kette der Zeugen und Zeuginnen, die die Botschaft empfangen und weitergetragen haben. Wieviel Einzelne bewirken, weiß niemand zu sagen, aber das Wort wirkt unaufhörlich.

Die Botschaft ist auch immer wieder verdreht worden in den 2000 Jahren Kirchengeschichte. Gottesherrschaft ist oftmals zu menschlicher Diktatur verfälscht worden. Die Boten waren oft menschlich schwach, das begann schon mit den schlafenden Jüngern, mit Petrus, der den Herrn verleugnet hat. Aber Gott hat sich gerade dieser Schwachen bedient und tut das bis heute.

Wir wollen die Gottesherrschaft weitersagen

Ohne die menschliche Übermittlung durch Boten und Botinnen ist die Gottesherrschaft nie weitergesagt worden.

Gottes Herrschaft ansagen als Menschen, den schuftenden Zeitgenossen etwas von der Freiheit vermitteln: Freiheit der Zeit zum Leben. Gottes Herrschaft ansagen als Mensch, den Mitmenschen stützen und ermutigen

  • gegen den Missbrauch der Erde und ihrer Gewässer,
  • gegen den Missbrauch der Körper und Seelen,
  • gegen die Verplanung und Verschwendung von kostbarer Lebenszeit

Gottes Herrschaft ansagen – das ist Gottes Abstieg in die Not seiner Geschöpfe –  gerade in diesen unsicheren „Lock down“- und „Lock up“-Zeiten.

Ihr macht Christus hörbar – nicht bloß, um den Bestand der Institutionen zu sichern – aber in Dankbarkeit, dass wir Kirchen haben und Häuser, Organisationen und Institutionen, die der konkreten Hilfe Dauerhaftigkeit verleihen können.

Die Kraft kommt aus dem Hören – dass wir selber Hörende bleiben, die Gottes Versprechen als Heil und hilfreich begreifen!

Eine gute Woche wünsche ich, Ihr Matthias Weichert

Gottesdienste zu Pfingsten

Open-Air-Gottesdienst zu Pfingsten

Pfingstmontag-Gottesdienst in Kupferberg

Andacht: Geneigte Herzen

Losung für den 17.5.20: Er neige unser Herz zu ihm, dass wir wandeln in allen seinen Wegen und halten seine Gebote, Satzungen und Rechte, die er unsern Vätern geboten hat (1. Könige 8, 58)

Die Losung für diesen Sonntag ist ein Segen. Zunächst für Israel, gesprochen von König Salomo „mit lauter Stimme“ bei der Einweihung des Tempels in Jerusalem. Dann aber auch für uns. Ein Segen ist ein gutes Wort, das einer uns mit auf den Weg gibt. Lateinisch benedicare – gut reden.

Manchmal enthält ein Segen allerdings auch einen verpackten Auftrag, eine versteckte Mahnung. Wenn ich solch einen Segen höre, ärgere ich mich meistens. Ich denke, der andere will mir erst einmal nichts Gutes sagen, sondern er will mich kritisieren oder mich zu etwas auffordern. Das könnte er ja auch direkt tun. Zum Beispiel so: Ich finde, Du kümmerst Dich zu wenig um Gottes Gebote, also änder‘ das gefälligst.

„Kirchliche Sprache“, so schreiben es Jan Feddersen und Philipp Gessler in ihrem Buch ,Phrase unser. Die blutleere Sprache der Kirche‘, „neigt oft zur Vertuschung, man sagt nicht klar, was man will oder von dem anderen erwartet.“ Man wolle  eigentlich nicht angreifen und tue es dann hintenherum doch. Sehr geschickt, man merkt es erst später, und dann ist es leider zu spät, um zu reagieren.

Noch eine zweite Botschaft

Ich könnte mir vorstellen, dass auch König Salomo durchaus noch eine zweite Botschaft für sein Volk in diesen Segen verpackt hat. Die würde dann lauten: Passt bloß auf, dass Ihr auf Gottes Wegen bleibt und seine Gebote, Satzungen und Rechte haltet!

Ich höre diese versteckte Botschaft und bin ganz schnell abgelenkt und denke: Jaja – und hab den Anfang glatt überhört. Dabei ist der Anfang eigentlich das Beste. So geht es uns mit dem Hören. Da will uns einer was Gutes sagen und – zack – kommt es schon wieder nicht an.

Also will ich doch noch mal genauer hinhören: „Er neige unser Herz zu ihm…“ Ja, das klingt überhaupt nicht mehr nach Zeigefinger. Das spricht mich sofort an, denn ich neige dazu, mein Herz nicht unbedingt zu ihm zu neigen, es bewegt sich oft genug weg von ihm, dreht sich sozusagen ab, verneigt sich zum Beispiel vor der Angst, die mich in diesen Corona-Zeiten immer wieder beherrschen will, mir auflauert, mich lähmt, mir meine Energie nimmt.

Mein Herz macht, was es will

Mein Herz macht, was es will, und das tut mir nicht immer gut, im Gegenteil. Es wäre solch ein Segen, wenn Gott käme und dieses Herz zu ihm neigen würde. Wenn es sich dann ganz einfach vor ihm verneigen könnte und nicht mehr so abgeneigt wäre wie sonst…

Ja, das wäre ein Segen. Nein, das ist ein Segen. Für Israel und für uns alle. Amen.

Pfarrerin Gabriele Bach, Ründeroth

Andacht: Posaune in der Wüste

Der HERR, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände (5. Mose 2, 7). Eine Andacht von Beate Ising, Vorsitzende der Oberbergischen Posaunenvereinigung

Mose versichert das dem Volk Israel auf ihrem Zug durch die Wüste. In der Losung für den heutigen Samstag gilt es auch uns.

Die Werke meiner Hände sind oftmals alltägliches „Muss“ wie die Arbeit, mit der ich Geld verdiene, wie Putzen und Rasen mähen. Das können bestenfalls auch meine Gaben sein – müssen es aber nicht zwangsläufig. Unter Gaben verstehen wir Begabung als Befähigung oder Talent. Gabe ist auch Geschenk – Geschenk Gottes.

Gott hat mich mit der Begabung des Posaune-Spielens beschenkt. Deshalb kann ich es noch nicht professionell, aber es macht mir große Freude – viel mehr als Putzen, ansonsten haben wir glücklicherweise einen Mähroboter.

Freude, die ich auch hinausposaunen möchte. Mit dem Blasen im Posaunenchor hat sich in mir die Liebe zur Kirchenmusik entwickelt. Morgen ist Kantate, in der österlichen Freudenzeit der Sonntag des Lobgesangs zu Gottes Ehre. Dann steht die Musik im Mittelpunkt:

„Mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen!“

Sänger und Musiker, besonders aber Bläser, haben es in diesen Wochen, Monaten und vielleicht noch länger schwer. Es kommt mir vor, als zögen wir durch die Wüste – erfrischt und belebt von kleinen Oasen wie „Ostern vom Balkon“. Im Losungsvers heißt es aber weiter: Er hat dein Wandern durch diese große Wüste auf sein Herz genommen. Vierzig Jahre ist der HERR, dein Gott, bei dir gewesen. Gott begleitet auch uns durch die Wüste und steht uns bei.

Darauf will ich vertrauen und hoffe auf Kantate mit Pauken und Trompeten – sei es im November oder Februar. Und für morgen lade ich Sie und euch herzlich ein zum Singen (oder Summen) eures Lebensliedes – als Lobgesang zu Gottes Ehre!

Dir sing ich mein Lebenslied

Ich sing dir mein Lied, in ihm klingt mein Leben.
Die Töne, den Klang hast du mir gegeben
von Wachsen und Werden, von Himmel und Erde,
du Quelle des Lebens. Dir sing ich mein Lied.

Ich sing dir mein Lied, in ihm klingt mein Leben.
Den Rhythmus, den Schwung hast du mir gegeben
von deiner Geschichte, in die du uns mitnimmst,
du Hüter des Lebens. Dir sing ich mein Lied.

Ich sing dir mein Lied, in ihm klingt mein Leben.
Die Töne, den Klang hast du mir gegeben
von Zeichen der Hoffnung auf steinigen Wegen
du Zukunft des Lebens. Dir sing ich mein Lied.

Text und Melodie aus Brasilien (deutscher Text: Fritz Baltruweit und Barbara Hustedt). Neues Wochenlied zu Kantate ege 19

Andachten in Zeiten der Corona Krise 01.05.2020

Andacht: Gratwanderungen
Bibelspruch zum Monat Mai: „Dienet einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit den Gaben, die er empfangen hat!“ (1. Petrus 4, 10). Eine Andacht von Michael Braun

Zwischen hoch und runter am Berg gibt es manchmal ein besonderes Wegstück auf dem Grat. Dieses Stück ist meist anspruchsvoll, auf beiden Seiten geht es steil nach unten und man hat einen wunderbaren Fernblick. Gratwanderungen sind etwas Besonderes.

Die letzten Corona-Wochen waren ein schwieriger Weg bergauf. Steile Stellen galt es zu überwinden und neue Erfahrungen zu meistern. Wir haben diesen Aufstieg gut geschafft – mit Nervenstärke, Rücksicht und Engagement. 

Doch noch sind wir nicht über den Berg. Vielleicht sind wir schon oben auf dem Grat. Jetzt gilt es die Füße besonders sorgsam zu setzen. Was ist angebracht? Auf welchen Grund sollte man vertrauen und welchen Schritt lieber noch nicht wagen?

Fernblick vom Grat eines Weges

Als Kirche überlegen wir gerade, wie und wann es gut ist, endlich wieder Gottesdienste nicht nur im Internet, sondern auch in den Kirchen zu feiern. Auch mir persönlich fehlen die vertraute Nähe und Gemeinschaft am Sonntag sehr. Doch sicher ist, Gottesdienste mit den notwendigen Masken, Mindestabstand und Hygienemaßnahmen werden anders sein als alles bisher Bekannte. Aber sie sind ein erster Schritt über den Berg.

Doch bevor es bergab geht, sollte man sich auf dem Grat einmal die Zeit nehmen, um mit Weitblick zu fragen, was man von diesem Berg, was man von den Erfahrungen der letzten Wochen mitnehmen möchte.

Mit uns auf dem Weg

Eine Erfahrung, die ich auf dem Weg zum Grat gemacht habe und festhalte, fasst der Bibelspruch des Monats Mai wunderbar zusammen: „Dienet einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit den Gaben, die er empfangen hat!“ (1. Petrus 4, 10).  

Gott war da – ganz direkt. In den Umbrüchen und Sorgen der letzten Wochen habe ich ihn im Gebet viel näher spüren können als häufig sonst im normalen Alltag.

Gott war da – durch viele Menschen, die trotz oder wegen der Ausnahmesituation Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit verschenkt haben. Das hat mir gutgetan.

Der Weg geht weiter: hoffentlich bergab und in Richtung Normalität. Der Weg wird noch anstrengend werden, je länger desto mehr.

Deswegen freue ich mich über die guten Wegbegleiter. Gott ist mit uns auf dem Weg – er selbst und durch die Menschen, die seine guten Gaben empfangen haben und weiterschenken.

Einen gesegneten Mai 2020 und einen guten Weg wünscht Ihnen

Superintendent Michael Braun, Kirchenkreis An der Agger

Liebe Leserinnen und Leser,

auf dem steilen Weg bergan mit den vielfachen Einschnitten und Kontaktbeschränkungen waren wir für Sie als evangelische Kirche sehr gern mit unseren Internetgottesdiensten und täglichen Andachten da.

Auf dem nächsten Wegabschnitt gibt es wieder andere Möglichkeiten. Im Mai werden in unseren Kirchengemeinden Gottesdienste in den Kirchen unter besonderen Bedingungen möglich sein. Dazu laden wir Sie herzlich ein.

Die guten Nachrichten über sinkende Infektionszahlen und eine vorsichtige Normalisierung der Situation haben dazu geführt, dass unsere Gottesdienste bald wieder beginnen können – immer unter Berücksichtigung der geänderten Situation und mit entsprechenden Hygienemaßnahmen. Wir planen den Beginn der Gottesdienste mit Vorsicht und Bedacht. Viele Kirchengemeinden bereiten den Wiederbeginn der Präsenzgottesdienst am 10. Mai vor. 

Bereits am 3. Mai beginnen die Kirchengemeinden Nümbrecht (Nümbrecht 10.15 Uhr, Harscheid, 10.15 Uhr, Berkenroth, 9 Uhr) und Waldbröl (Waldbröl zentral 10.30 Uhr, Bladersbach, 10.45 Uhr).

Genauso herzlich laden wir zu unseren Gottesdiensten im Internet ein, die es weiterhin weitergeben wird – damit alle, die gern einen Gottesdienst mitfeiern möchte, aber aus Vorsicht und Rücksicht dies nicht in einer Kirche tun möchten, dazu auch hier in unserer Region die Möglichkeit haben. Informationen über beide Gottesdienstformen finden Sie hier auf unser Homepage.

Zudem möchten wir Ihnen gern weiter ein gutes Wort mit einer wöchentlichen Homepage-Andacht an jedem Samstag (ab 9. Mai) mit auf Ihren persönlichen Weg geben.

Bleiben Sie behütet und bewahrt.

Ihr Superintendent Michael Braun, Kirchenkreis An der Agger

Andachten in Zeiten der Corona Krise 30.04.2020

Eine Andacht von Stefanie Eschach, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Wipperfürth

Dennoch ist Gott ein Trost für alle, die reinen Herzens sind! – mit diesen Worten beginnt der 73. Psalm. Und obwohl diese Worte schon ein paar tausend Jahren alt sind – klingen sie, als wären sie in unseren aktuellen Corona-Tagen erfunden worden. Tage, in denen Menschen – trotz all der wirren Nachrichten und der wachsenden Infektionszahlen, trotz all der Kontaktsperren und diffusen Ängste – Mittel und Wege gefunden haben füreinander da zu sein, einander nah zu sein, dennoch.

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Andachten in Zeiten der Corona Krise 29.04.2020

Andacht: Ihre großen Stärken
Alles, was dir vor die Hände kommt, es zu tun mit deiner Kraft, das tu (Prediger 9,10). Eine Andacht von Pfarrer Jurij Lange. 

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Andachten in Zeiten der Corona Krise 28.04.2020

Andacht: Schweige und höre

Losung und Lehrtext für Dienstag, 28. April 2020

1. Chronik 22,19
So richtet nun euer Herz und euren Sinn darauf,
den HERRN, euren Gott, zu suchen.

1. Korinther 9,24
Lauft so, dass ihr den Siegespreis erlangt.

Eine Andacht von Pfarrer Michael Kalisch aus der Evangelischen Kirchengemeinde Wiedenest

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Andachten in Zeiten der Corona Krise 27.04.2020

Andacht: Wegducken

Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des HERRN (1. Mose 3,8). Eine Andacht von Claudia Braun

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Andachten in Zeiten der Corona Krise 26.04.2020

Andacht: Die ganze Welt in seiner Hand

Die Erde ist voll der Güte des Herrn (Psalm 33,5). Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben (Johannes 10,11a.27-28a). Eine Andacht von Vera Gast-Keller

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